Unsere Waldorfschule

Wir entwickeln ein Schul- und Lernkonzept auf Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde, verbunden mit den handlungspädagogischen Ansätzen nach Dr. Peter Guttenhöfer und einem eigenen Inklusionskonzept. Unsere Schule will in kleinen Klassen von bis zu 24 Kindern den klassischen Waldorflehrplan mit diesen innovativen Ansätzen verbinden. Auf einem Gelände unter alten Bäumen mit angrenzenden Feldern und Streuobstwiesen bietet sich ein idealer Ort zum Lernen, Arbeiten und Spielen. Es ist ein Ort, an dem Geborgenheit in stabilen Beziehungen erlebt wird, lebenspraktische Gelegenheiten zum Lernen gestaltet werden, die Gesundheit von Körper und Seele im Vordergrund steht, Grenzen als Orientierung gewahrt werden und eine sinnvoll tätige Schulgemeinschaft erlebt werden kann.

Die Kinder der ersten Klasse dürfen behutsam im neuen Umfeld ankommen und haben genügend Zeit zum Reifen, Eintauchen, Vertiefen und Gestalten. 

„Erkläre es mir und ich werde es vergessen. Zeige es mir und ich werde mich erinnern. Lass es mich selbst tun, und ich werde es verstehen.“ (Konfuzius)

Das Konzept in Kurzfassung

• Wir sind eine staatlich anerkannte Ersatzschule mit Grund- und Förderstufe von Klasse 1-6.
• Wir sind im Schuljahr 2025/26 mit einer 1. Klasse gestartet. Diese Klasse freut sich über weiteren Zuwachs als Quereinstieg.
• Jedes Jahr wird eine weitere neue erste Schulklasse hinzukommen.
• Die Schule soll bis zum Ende der Sekundarstufe 1, also bis zur 10. Klasse, ausgebaut werden.
   Es wird dann die Möglichkeit bestehen, den Hauptschulabschluss bzw. die Mittlere Reife zu erwerben.
• Nach dem bestandenen Mittleren Abschluss kann in die gymnasiale Oberstufe der umliegenden Waldorfschulen gewechselt werden.
• Für die Zukunft streben wir an, die Voraussetzung für eine handwerkliche Berufsausbildung am Lernort zu schaffen.
• Pro Klasse gibt es maximal 24 Kinder, die im Teamteaching unterrichtet werden.
• Die Waldorfpädagogik und die anthroposophische Menschenkunde Rudolf Steiners bilden die Grundlage für den Unterricht und die rhythmische Gliederung des Schuljahrs:
  – Gestalteter Übergang vom Kindergarten in die Schule;
  – angstfreies Lernen ohne Noten;
  – Epochenunterricht (die Fächer des Hauptunterrichts werden im Wechsel jeweils 3-5 Wochen à 2 Stunden pro Tag unterrichtet);
  – erste Fremdsprache ab der 1. Klasse (Englisch); zweite Fremdsprache ab der 2. Klasse;
  – Musik und Eurythmie; Thementage;
  – gelebte Inklusion;
  – gemeinsames Feiern der christlichen Jahresfeste.
• Gleichzeitig ermöglicht das handlungspädagogische Konzept Lernen durch Praxis und Naturerfahrungen:
  – Es finden regelmäßige Feld-, Wald-, Garten- und Hoftage statt.
  – Handarbeit, Werken und Hauswirtschaft sind feste Bestandteile des Wochenrhythmus.
• Unterricht in der Primarstufe (Klasse 1 – 4) bis mittags, anschließend besteht die Möglichkeit von Mittagessen und Nachmittagsbetreuung.

Was uns ausmacht

Handlungspädagogik – Lernen durch echtes Tun 

Für uns heißt Handlungspädagogik, an die grundlegenden Fähigkeiten, die Kinder für das Lernen mitbringen, anzuknüpfen – also ihre Neugier, ihre Begeisterung und ihr Bedürfnis, die Welt mit allen Sinnen zu entdecken, aufzugreifen und für den Unterricht fruchtbar zu machen. Lernen geschieht bei uns nicht nur im Kopf, sondern vor allem durch Anfassen, Mitmachen und gemeinsames Erleben, so dass der Eigenlernwille erhalten und angespornt wird. Die Kinder begleiten uns in den Alltag, sei es im Garten, in der Werkstatt oder in der Hauswirtschaft. Dabei erfahren sie, wie wichtig es ist, Verantwortung für Natur, Tiere und Menschen zu übernehmen. So wachsen nicht nur ihre praktischen Fähigkeiten, sondern auch ihr Vertrauen in sich selbst und in ihre Umgebung. Unsere Gemeinschaft lebt von Orten der sozialen Wärme, gegenseitiger Wertschätzung und dem bewussten Miteinander – hier können Kinder spielerisch soziale Regeln lernen, ihre Kreativität entfalten und ihre Sinne schärfen. Wir schaffen einen Raum, in dem sich Kinder sicher und geborgen fühlen, und helfen ihnen, ihre individuellen Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln. Handlungspädagogik bedeutet für uns: Lernen wird lebendig, weil es aus dem Herzen kommt und mit den Händen greifbar wird und weil das Kind sich mit der gesamten Schöpfung verbinden darf – dem Boden, den Pflanzen, den Tieren und den Menschen – damit es später frei sein Leben ergreifen und die Welt mitgestalten kann.

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Waldorfpädagogik – Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Die Freie Waldorfschule Karben orientiert sich am ganzheitlichen Bildungskonzept der Waldorfpädagogik, das bereits seit über 100 Jahren erfolgreich angewendet wird. Basierend auf dem Menschenbild der anthroposophischen Menschenkunde nach Rudolf Steiner, möchten wir Kinder in ihrer individuellen Entwicklung fördern – im Denken, Fühlen und Handeln. Dabei sprechen wir alle Sinne an und gestalten Lernen so, dass es tief im Kind verankert werden kann. Unser Unterricht ist lebensnah, künstlerisch und bewegungsreich. Neben klassischen Fächern haben Handwerk, künstlerisches Gestalten, Musik, darstellendes Spiel und Eurythmie einen festen Platz im Stundenplan. Auch die Bewegung spielt bei uns eine zentrale Rolle – sei es im Sportunterricht, beim „Bewegten Klassenzimmer“, in Freispielphasen oder an den regelmäßigen Waldtagen für die Unterstufe. Der Hauptunterricht findet epochenweise statt – das heißt, über mehrere Wochen hinweg vertiefen sich die Kinder intensiv in ein Thema. Dabei entsteht ein natürlicher Lernrhythmus, der das Langzeitgedächtnis stärkt. Lehrbücher werden bei uns nicht verwendet – stattdessen gestalten die Kinder ihre eigenen Epochenhefte mit selbst erarbeiteten Texten, Tafelbildern und Zeichnungen. Unser Unterricht ist flexibel und individuell: Durchlässige Klassenstufen und jahrgangsübergreifendes Lernen im handlungspädagogischen Unterricht ermöglichen es, jedes Kind dort abzuholen, wo es gerade steht und es zu unterstützen, wo es dies braucht – unabhängig vom Tempo der Gruppe. So schaffen wir Raum für persönliche Entwicklung und stärken gleichzeitig die sozialen Kompetenzen im Miteinander.

Besonders wichtig ist uns, Kinder auch auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Unsere Zeit stellt junge Menschen vor große Aufgaben. Deshalb fördern wir neben fundiertem Fachwissen vor allem Kreativität, Teamgeist, Vorstellungskraft und Verantwortungsbewusstsein.

Schulübergang – sanfter Einstieg in die Schule

Der Übergang vom Kindergarten zur Schule ist ein großer Schritt – für Kinder wie für ihre Familien. An unserer Schule gestalten wir diesen Weg behutsam, in enger Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erzieher:innen und Lehrkräften. Bekannte Elemente aus dem Waldorfkindergarten, wie der Waldtag, freies Spiel, handwerkliche Tätigkeiten und erste Schnitzerfahrungen, schaffen Vertrautheit und Orientierung. So wachsen die Kinder in eine neue Lernwelt hinein, die auf Bestehendem aufbaut und gleichzeitig Raum für Entwicklung, Selbstvertrauen und Freude am Lernen gibt.

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Rhythmus

Unser Tageslauf folgt einem natürlichen Rhythmus von Aktivität und Entspannung, von Konzentration und Loslassen. Auf intensive Lernphasen („Einatmen“) folgen Phasen der Verarbeitung, Bewegung oder des Spiels („Ausatmen“). Dieser Wechsel hilft den Kindern, Lerninhalte besser zu verarbeiten und dem Schulalltag mit innerer Balance zu begegnen.

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Der Lernort

Aktuell findet der Unterricht in sehr schön gestalteten Containern, welche wir von unserer Patenschule, der Freien Waldorfschule Frankfurt, geschenkt bekamen, im Außengelände und im großen Gewächshaus statt. Die Container bieten Platz für bis zu zwei Klassen. Die Baugenehmigung für unser erstes Schulgebäude für die 1. – 4. Klasse ist bereits erteilt, so dass in naher Zukunft mit dem Holzbau begonnen werden kann. Im Bautagebuch werden wir sie auf dem Laufenden halten. Die umliegenden Wiesen und Felder sowie der Vilbeler und Karbener Wald bieten viel Platz und zahlreiche Möglichkeiten für das Sammeln vielfältigster Erfahrungen in der Natur und bei praktischen Tätigkeiten. So stellen sie ideale außerschulische Lernorte dar.

Inklusion als Selbstverständlichkeit

Wir glauben an das Potenzial jedes Kindes – unabhängig von seinen individuellen Herausforderungen. Mit unserem Inklusionskonzept fördern wir Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf, in begrenzter Anzahl, durch kleinere Klassen und Teamteaching, damit sie sich ganzheitlich entfalten können.

Medienkompetenz – bewusst und achtsam

In unserer Waldorfschule lernen die Kinder, digitale Medien bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Wir legen Wert darauf, dass sie zuerst ihre Fantasie, Kreativität und Sinneserfahrungen in der realen Welt entwickeln. Digitale Medien sind für uns unterstützende Werkzeuge, die erst behutsam und altersgerecht eingeführt werden. So fördern wir einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien – im Einklang mit der natürlichen Entwicklung der Kinder.